
PRAXIS
Kommunikation als Schlüssel im Arbeitsschutz
Beim Thema Arbeitsschutz denken viele zuerst an Helme, Warnwesten oder Schutzbrillen. Doch neben all der Technik und Ausrüstung gibt es einen weniger sichtbaren, aber entscheidenden Faktor: die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren. Torsten Tesch, Gründer der Plattform SIGEKO IN DER REGION, betont in diesem Zusammenhang, dass Sicherheitsmaßnahmen nur dann wirksam sind, wenn sie auch richtig vermittelt und verstanden werden. Gute Kommunikation ist somit ein zentrales Werkzeug, um Unfälle zu vermeiden und das Sicherheitsbewusstsein am Arbeitsplatz zu stärken.
Unterschiedliche Kommunikationsweisen verstehen
Nicht alle Menschen reagieren gleich auf Anweisungen. Manche wünschen sich eine klare, direkte Sprache, während andere besser auf eine freundliche, motivierende Ansprache eingehen. Wer im Arbeitsschutz tätig ist, sollte diese Unterschiede kennen und seine Botschaften anpassen. So wird sichergestellt, dass Regeln nicht nur gehört, sondern auch ernst genommen werden.
Ein Erlebnis von Torsten Tesch macht das deutlich: Auf einer Baustelle sprach er mit Beschäftigten über das Tragen von Sicherheitsschuhen. Als er die Regel in strengem Tonfall durchsetzen wollte, stieß er sofort auf Widerstand – die Betroffenen fühlten sich bevormundet. Erst als er den Dialog suchte und die gesundheitlichen Risiken in den Vordergrund stellte, stieg die Akzeptanz. Das zeigt: Die Haltung, mit der Informationen vermittelt werden, ist oft ausschlaggebend für ihre Wirkung.
Die Wirkung von Sprache
Neben dem Kommunikationsstil spielt auch die konkrete Wortwahl eine große Rolle. Wörter können abschreckend wirken oder Vertrauen schaffen. Während „Sicherheitsvorschriften“ schnell nach Einschränkung klingt, vermitteln „Sicherheitsrichtlinien“ eher das Bild einer unterstützenden Orientierungshilfe. Eine positive Formulierung trägt dazu bei, dass Regeln nicht als Belastung empfunden werden, sondern als gemeinsame Maßnahme zum Schutz aller.
Darüber hinaus sollte Kommunikation immer als Dialog verstanden werden. Wer Sicherheitsthemen erklärt, sollte auch Rückfragen zulassen und offen auf Einwände eingehen. Transparenz und Austausch sorgen dafür, dass Mitarbeitende die Hintergründe verstehen und sich eher an die Vorgaben halten.
Fazit
Sicheres Arbeiten bedeutet weit mehr als das Tragen von Schutzausrüstung. Erst wenn Informationen klar, respektvoll und verständlich vermittelt werden, können Regeln ihre volle Wirkung entfalten. Durch bewusste Wortwahl, angepasste Kommunikationsstile und offene Gespräche schaffen wir die Grundlage für Vertrauen und Akzeptanz.
Am Ende können Worte ebenso wirkungsvoll sein wie Schutzhelme oder Warnschilder: Sie verhindern Missverständnisse, fördern Verantwortung und tragen dazu bei, Arbeitsunfälle zu reduzieren. Wer Kommunikation als Soft Skill im Arbeitsschutz ernst nimmt, investiert in die Sicherheit aller.
Autor: Torsten Tesch, Management Module
Weitere Informationen
management module GmbH
Taunusstraße 65, D-91056 Erlangen
Tel. +49 179 9114 25
info@sigeko-in-der-region.de
https://www.sigeko-in-der-region.de/
SIGEKO IN DER REGION
SIGEKO IN DER REGION ist eine innovative Plattform, die sich seit 2021 auf die Vermittlung von Dienstleistungen im Bereich SiGeKo und Arbeitsschutz spezialisiert hat. Unser Firmenkonzept basiert auf einem Netzwerk, in dem Auftraggeber mit einem oder mehreren geeigneten Experten (SiGeKo) vernetzt werden, um effizient und unkompliziert Aufträge im Arbeitsschutz abzuwickeln.
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